Nicht-Mitmachen in digitalen Räumen – die Verweigerung als Herausforderung der Medienlinguistik
(Theoretisch-konzeptioneller Beitrag)
DOI:
https://doi.org/10.21248/jfml.2026.159Schlagworte:
Nicht-Mitmachen, Verweigerung, erwartungsabweichende Praxis, Zuschreibung, Konstellationen der Verweigerung, digitale Kommunikation, kommunikative ErwartungenAbstract
Nicht-Mitmachen in digitalen Räumen ist keine bloße Abwesenheit, sondern eine kommunikativ wirksame Form der Abweichung von erwarteten Reaktionsformen. Der Beitrag untersucht, wie das Ausbleiben oder die Veränderung von Anschlusskommunikation – von der ausbleibenden Antwort bis zum demonstrativen Rückzug – nicht (nur) als individuelle Entscheidung, sondern (auch) als Ergebnis von Zuschreibungsprozessen verstanden werden muss. Dabei wird zwischen Nicht-Mitmachen als erwartungsabweichender Praxis und Verweigerung als spezifischer kommunikativer Rahmung differenziert. Anhand exemplarischer Fälle zeigt der Beitrag, wie solche Praktiken in konkreten Konstellationen als Verweigerung markiert werden – und warum dies zugleich eine Machtfrage ist: Wer kann was als Verweigerung deuten, und unter welchen Bedingungen wird dies wirksam? Der Beitrag plädiert für eine systematische Einbeziehung von Nicht-Mitmachen in die Medienlinguistik, um die Normen und Ordnungen der digitalen Teilhabe sichtbar zu machen – auch und besonders im Zeichen der zunehmenden KI-Integration.
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