From Dyadic Reciprocity to Giant Interaction Engines
Posthumanist Perspectives on Interaction ‘Under Construction’
DOI:
https://doi.org/10.21248/jfml.2026.89Schlagworte:
posthumanist sociolinguistics, interaction, LLMs, socio-material assemblages, power asymmetryAbstract
In diesem Artikel diskutieren wir auf der Grundlage posthumanistischer Theorie und posthumanistischer Linguistik spezifische Konzeptionen des Begriffs „Interaktion“, wie sie in der Linguistik und Soziologie zu finden sind. Interaktivität, gegenseitiges Bewusstsein und Handlungsfähigkeit werden hier als mögliche Merkmale menschlicher Interaktion diskutiert. Wir problematisieren, inwieweit sich dies von Interaktionen zwischen Menschen und Maschinen unterscheidet. Wir bringen diese Diskussionen in Zusammenhang mit illustrativen Beobachtungen aus Reddit-Threads in denen Nutzende von ChatGPT über ihre Erfahrungen mit großen Sprachmodellen berichten. Wir zeigen, dass das Konzept der Interaktion „under construction” ist, nicht nur, weil wir neue Interaktionspartner haben, sondern auch, weil Bedeutungsbildung nun mit den sich verändernden und individuell angepassten und gleichzeitig kollektivierten Medienaffordanzen von Technologien des maschinellen Lernens verflochten ist. Interaktion wird nicht mehr als etwas wahrgenommen, das typischerweise zwischen zwei Menschen stattfindet, sondern als etwas, das in großen Netzwerken sprechender Subjekte, sehr großen historischen und sich ständig verändernden Datensätzen und algorithmischen Möglichkeiten eingebettet und über Zeit und Raum verteilt ist.
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