Podcast als Medium zwischen Nähe und Distanz

Technologische Grundlagen, Interaktion und sprachwissenschaftliche Chancen

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.21248/jfml.2026.93

Schlagworte:

Digitale Mündlichkeit, Audiopodcast, Nähe-Distanz-Modell, Mehrfachadressierung, Parasoziale Interaktion

Abstract

Der Beitrag bietet einen medienlinguistischen Rahmen zur systematischen Beschreibung von Audiopodcasts als eigenständige Kommunikationsform. Entlang des Nähe-Distanz-Modells von Koch/Oesterreicher (1985) wird die konzeptionelle Hybridität des Mediums beleuchtet, das technologische Asynchronität mit akustisch vermittelter Intimität verbindet. Nach einer Rekonstruktion der formatspezifischen Genese und einer soziografischen Einordnung von Produktion und Rezeption widmet sich der Artikel einer zweiteiligen kontrastiven Analyse der Formate Der Tag (Deutschlandfunk) und Lanz & Precht (ZDF). Hierbei werden zum einen gängige textlinguistische Muster der Themenentfaltung untersucht, zum anderen wird der Grad der dialogischen Offenheit anhand der strukturellen Publikumsadressierung innerhalb der Kommunikationskreise verdeutlicht. Der Beitrag zeigt auf, wie Podcasts etablierte linguistische Kategorien von Mündlichkeit und Textsortentypologie herausfordern und bündelt künftige Forschungsdesiderate für die Gesprächs- und Medienlinguistik.

Veröffentlicht

2026-10-08

Zitationsvorschlag

Sahlbach, V. (2026). Podcast als Medium zwischen Nähe und Distanz: Technologische Grundlagen, Interaktion und sprachwissenschaftliche Chancen . Journal für Medienlinguistik, 8(1), 60–90. https://doi.org/10.21248/jfml.2026.93

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